Illusionen

"Klappentext"

Ein kurzer Ausflug in eine Fiktion.

 

„Objektabrichtung - ein totales Erlebnis“ umfasst Geschichten, die sich von der üblichen Interpretation des BDSM entfernen und zugleich mehr als eine Fiktion sind. Somit werden thematisch und inhaltlich Grenzen überschritten, was vor dem Lesen beachtet werden sollte. In diesem Teil weicht der Text allerdings von der Reihe ab und befasst sich thematisch mit Petplay, irgendwie zumindest.

Der vorliegende Text entspricht einer Zwischengeschichte mit wenig Bezügen zum ersten Teil. Um diese nachvollziehen zu können, kann das Lesen des ersten Teiles Wissenslücken schließen. Zwingend ist es allerdings nicht.
Teil 1: Objekt 64

Der Nähe meiner Gewohnheiten, der Bedürfnisse und der Umgebung, war ich durch eine Flucht, meine Reise entronnen. Inspiriert durch die vielen Geschichten Amalias, war ich auf einer Erkundungstour zu mir selbst, meinem aktuellen Sein. Mit dem Fahrrad fuhr ich entlang der Küstenlinie von Istrien, ohne Begleitung, allein mit der atemberaubenden Landschaft dieses Landes im Blick. Ab und an wurde ich begleitet, von anderen Menschen, Touristen sowie Ansässigen, von Kindern und den Tieren, die meine Wege kreuzten. Es war eine tolle Erfahrung, nicht nur was die Aussicht betraf, sondern vor allem die Konfrontation mit meinem Willen und dem Durchhaltevermögen, welches sich offenbarte. Die Abende verbrachte ich mit Vorliebe am Stand, den Blick auf das Meer gerichtet, dessen sanfte Wellen mir eine unglaubliche Ruhe vermittelten. Auch der Sand, der im Anschluss nicht nur in meinen Schuhen zu finden war, konnte mir nichts von dieser tiefen Erfahrung nehmen. Ab und zu kam es vor, dass am Strand Feierende mich involvierten, obwohl ich eher in den Himmel blickte und mich mit den Geräuschen des Meeres in meine eigene Welt zurück zog. Schon bald fiel mir auf, dass bei der Zusammenkunft am Stand das immer gleiche billige und vor allem schlechte Bier ein Stammgast war. Auch wenn es nicht hochwertig war, und fern der gewohnten Standards, so war wenigstens das vegan.

Nächte am Strand haben etwas magisches, das Band der Milchstraße wirkte sich, so redete ich es mir jedenfalls ein, auf die Menschen aus, die ebenfalls verbunden waren, ohne sich zuvor jemals gesehen zu haben. Nicht mal die Sprache verstand ich, und doch konnte ich der Musik, ob per Hand gemacht oder abgespielt, viel abgewinnen, wenngleich die brüchigen Stimmen der jungen Menschen mich eher berührten. Das Flackern der Flammen des Feuers im warmen Sand, die Geselligkeit und das Meer, das waren Dinge, die mich fort tragen konnten.

Fotos machte ich keine und auch auf Kontakt verzichtete ich. Es gab keine E-Mails, keine Nachrichten per Messenger, nur Postkarten mit wenigen Worten in meiner Handschrift. Meist teilte ich den Empfängern meiner Postkarten meine Gedanken mit, die ich hatte, wenn ich an sie dachte, wann auch immer es war. Keine albernen Grüße und auch keine Berichte, manchmal nur ein einzelner Satz, der einsam wirkte. Die letzte Postkarte war für Amalia, ich teilte ihr ein Datum mit, eines, an dem sie sich mir beweisen durfte. Recht häufig dachte ich an diese Frau, die sich immer wieder, die Stille durchbrechend, in meine Gedanken schlich, schweigend.

Zu Hause angekommen, einige Abende in der Gesellschaft von Silvia später, zeigte der Kalender das von mir auf der Postkarte notierte Datum. Ich zog mich zurück, ließ Erwartungen und Vorbehalte hinter mir. Allein ging ich am späten Nachmittag zum Club, bereitete mich und die Umgebung vor. Man ließ mich in Ruhe, Henry, der immer anwesend war und jederzeit bereit für eine Unterhaltung war, begrüßte mich nur kurz. Er kannte meine Eigenheiten wie auch mein Vorhaben, so dass ich mich ungestört in der ersten Reihe vor der Bühne in einem bequemen Sessel niederließ.

Der Zeitpunkt war richtig, und auch der Ort. Ich wählte die Öffentlichkeit, traf mich mit ihr im großen Saal. Der Raum, den jeder betrat, der unseren Club aufsuchte. Meine Platzwahl ließ zu, dass meine Aufmerksamkeit einzig der Person vor mir galt. Die Welt um mich herum verließ ich und zwang zugleich Amalia dazu, diese im Blick zu haben. Sie stand unter Beobachtung, nicht nur unter meiner, jeder hatte diese Gelegenheit dazu. Dieser Aspekt machte es reizvoller, für mich.

Amalia beendete meine Imagination der Erinnerungen, sie suchte mich auf und kniete sich wortlos vor mich. Es gab keinen Ablaufplan, den ich ihr vorgab, mir ging es einzig um ihr Selbstverständnis und um das, was sie einzigartig machte. Nur den Blickkontakt hatte ich ihr untersagt, denn nur mir selbst war der Genuss des Gegenübers vorbehalten. Nicht nur meine Reaktionen enthielt ich ihr, auch meine Sprache.

In der Umgebung hatte ich Möglichkeiten erschaffen, Dinge, die sie verwenden konnte. Die Pflicht der Beweiserbringung nahm sie ernst, ihr war klar, dass die nächsten Minuten entscheidend waren. Für sie, ebenso wie für mich selbst.

Viele Worte haben wir bereits ausgetauscht. Der pervertierte Hedonismus war so bekannt, wie auch die Sorgen des Alltags, der Dinge, die umgebend einnehmend waren. Als Menschen haben wir uns erschlossen, mit den Abgründen sowie der Eigenheiten unserer selbst Bekanntschaft gemacht. Wir glichen uns, und im Verlauf ebenso an. Es reizte uns beide, jeden von uns auf die ganz eigene Art. Die Widersprüche und Gegensätze zogen sich an, waren Bedingungen füreinander, für uns. Ich konzentrierte mich auf sie, unterband mein Denken.

Sie wirkte verloren, schien den Anfang nicht zu finden. Die Stille des viel zu großen Raumes schüchterte sie ein, handlungsunfähig kniete sie und blickte auf den Boden. Bis auf eine Geschichtsmaske war sie vollkommen nackt, ich nahm ihren Körper wahr, folgte ihren Konturen, konstruierte ihr Abbild in der Welt, die im Hintergrund verschwamm. Erst nachdem ich die Skizze im Geist vollendet hatte, startete ich die Uhr, die ihr 20 Minuten Zeit gab. Zeit der Bewährung oder Zeit des Scheiterns, es lag ganz bei ihr.

Hörbar atmete sie tief ein und richtete sich auf, kam auf mich zu und blieb einen Meter vor mir stehen. Sie passte sich mir an, positionierte sich in meiner Höhe, so dass ich gerade zu auf sie blicken konnte, auf ihren Körper, den sie mir offenbarte. Ihre Augen schloss sie und präsentierte mir die Zugänglichkeit ihres Mundes. Ihre Selbstdarstellung begann damit, dass sie sich selbst reduzierte, auf die körperlichen Möglichkeiten selbst, auf die Verfügbar- und Nutzbarkeit ihrer menschlichen Gestalt. So fuhr sie auch fort mit ihren Brüsten, die sie mir anpries. Ganz zentral zeigte sie dabei, dass ihre Brüste, speziell ihre Brustwarzen, für die Schmerzzufügung geeignet waren. Hemmungslos und brutal, der Genuss nur als Schimmer im Hintergrund, dehnte sie nicht nur das Gewebe, sie drückte zu. Ganz plötzlich veränderte sie ihre Position, drehte mir den Rücken zu und reduzierte sich wieder auf die pure Nutzbarkeit der weiteren Körperöffnungen. So wie sie ihren Mund präsentierte, mit beiden Daumen, mit denen sich Amalia selbst öffnete, zeigte sie mir ihre Scheide und im Anschluss ihr Rektum. Ob diese Präsentation aus ihr selbst entsprang, oder ob sie nur alte Muster aufnahm, war nicht eindeutig.

Nicht nur ich hatte sie ergründet, sie auch mich, so dass ihre nächste Handlung zu erwarten war. Statt der Riemen, die sie wochenlang trug, mit denen sie sich von Anfang an von den anderen Objekten abhob, entschied sie sich für Ketten, die ebenfalls auf dem Boden lagen. Amalia prüfte die Längen und traf schnell eine Entscheidung. Die Lethargie, die Anfangs regierte, war vollkommen verschwunden. Sie agierte schnell, ließ die Handlungen aufeinander folgen, so dass es für mich ein Schauspiel wurde. Das Einfädeln der Karabinerhaken in ihre beringten Schamlippen erfolgte zügig, sie verband die Ketten mit dem Ring auf den Boden, von denen es unzählige gab. Jeder Sitzmöglichkeit wurden Möglichkeiten der Befestigung geboten. So sortierte der Club die Mitglieder, und diese sich selbst und auf diese Weise wurde eine natürlich unnatürliche Ordnung geschaffen, konstruiert und unumstößlich. Dieser Einordnung unterwarf sich auf Amalia auf ihre ganz eigene Art. Die gewählte Ausgangslage war schwierig, da diese das Erheben, welches sie anstrebte, unterband. Sie gewann meine Aufmerksamkeit, weckte aber auch meinen Anspruch der Makellosigkeit des Ablaufes. Dieser Moment war ganz entscheidend für mich und ich lehnte mich zurück, nahm ihre Körperhaltung wahr und wartete auf die Zukunft, die viel zu langsam auf uns zu kam. Ihre Füße standen perfekt, ihr Becken war in einer Linie mit dem Ring unter ihr und ihre Beine, ihre Oberschenkel, waren parallel zum Boden ausgerichtet. Sie wusste genau, wie sehr mich diese Symmetrie ansprach. Nachdem sie ihre Arme hinter ihrem Rücken versteckte, erhob sie sich. Ausschließlich die Kraft in ihren Beinen nutzte sie, fließend, gleitend, richtete sie sich auf. Das Klirren der Ketten, die sich wie Amalia selbst vom Boden entfernten, war die Hintergrundmusik ihrer Bemühungen. Auch wenn sie zitterte, die Anstrengung war deutlich zu sehen, fuhr sie fort, richtete sich immer weiter auf. Dabei trat ihr Gehorsam in Verbindung mit ihrem Masochismus hervor, ich ergründete ihre Disziplin und ihre Schamlippen dehnten sich weiter und weiter. Sie wurde langsamer, die körperlichen Umstände stellten ein Hindernis dar, welches sie selbst überwinden wollte. Sie stöhnte und kämpfte, ging weiter und weiter. Sie schien in ihrer Welt versunken zu sein, ihr Kopf lag im Nacken und ihre Laute nahmen zu. Da ich schweigen vorzog, griff ich ein. Kurz stoppte ich die Zeit und nahm mir den aufblasbaren Knebel vom Tisch. Amalia hielt inne, die Augen geschlossen. Das veranlasste mich dazu ihre Lippen zu berühren, die nicht von der Maske bedeckt wurden. Diese Unterbrechung verunsicherte sie, schließlich aber öffnete sie den Mund und ich führte ihr die Mundbirne ein. Da sie mir half, mich dabei aktiv unterstützte, störte ich sie nur kurz. Mit Klebeband verschloss ich ihren Mund und pumpte den Knebel auf. Sie nahm es einfach an, jedoch presste sie ihre Augenlider zu. Ich übertrieb es, aus zwei Gründen: Zum Einen strafte ich sie und zum Anderen wollte ich ihr mittels Ausweglosigkeit ihren Abgrund aufzeigen. Ich setzte mich, aktivierte die Uhr erneut, eine einfache Schachuhr aus Holz, die nach einem lauten Klick die Sekunden weiter zählte. Sie hatte diese Aufgabe selbst gewählt, und auch wenn sie sich bezüglich der Länge verschätzte, sie musste es beenden. Nach meiner Unterbrechung war sie deutlich unaufmerksam, ihre Haltung verlagerte sich auf eine Seite. Jeden Millimeter erarbeitete sie sich, was mich dazu veranlasste, ihre Schieflage zu akzeptieren. Der Schmerz, den sie deutlich fühlte, vereinnahmte sie und still war sie nicht, nur deutlich gedämpfter. Ihre Schamlippen waren unnatürlich gedehnt, der Karabiner fasste im breiteren oberen Bereich ihre Ringe auf beiden Seiten zusammen. Die Widernatürlichkeit zeigte sich auch bei den Ringen selbst, es sah aus, als wollten diese austreten – das Fleisch, was sie hielt, verlassen. Noch stand Amalia nicht, das Martyrium war nicht vorüber, sie zwang sich selbst dazu, zitternd, stöhnend und teilweise wimmernd. Die fließenden Bewegungen waren längst vergangen, sichtbar nahm die Dehnung nicht zu. Die Haut war vollkommen weiß, die Beanspruchung enorm und Amalia tat alles dafür, um es zu beenden. In die stehende Position ging sie plötzlich mit einem Ruck, sie hatte die Hürden ihrer Vorbehalte überwunden, wollte ihren Körper nicht langsam überzeugen, sondern die Aufgabe erfüllen, in diesem Moment. Sie litt unter den Schmerzen, den Kopf hatte sie wieder in den Nacken gelegt und ließ sich von ihrem Hormonen überfluten. Ihre Überwindung und die Hingabe überzeugten mich, wenngleich mir ein Durchgang nicht reichte. Wahre Disziplin, wie ich sie verstand, bedeutete, dass sie bis zum Erreichen meines Überdrusses diese Handlung hätte wiederholen müssen. Doch die Zeit hinderte uns daran und ich lehnte mich wieder zurück. Die Spannung der Zukunft, ihrer Ideen, elektrisierte mich. Den Tisch neben mir konnte auch Amalia erreichen, wenngleich sie nicht alles erreichen konnte. Ihren Ort freilich konnte sie nicht verlassen, so beugte sie sich vor und nahm das Desinfektionsmittel. Erst reinigte sie ihre Hände, dann folgte ihr Schambereich. Flüchtig schaute sie auf die Uhr, dabei erkannte ich die Tränen in ihren Augen, die durch die spärliche Beleuchtung auf der Maske glänzten. Dieses Zeugnis verzauberte mich, ich genoss die Tränen meines Gegenübers schon immer. Diese kleinen Zugeständnisse der Verletzlichkeit, auch die des Genusses, verführten mich, trieben mich an und schenkten mir die Gewissheit des unmissverständlichen Vertrauens. Dass eine so kleine automatische Reaktion eine so große Wirkung hatte, begriff ich in diesem Moment, ich war ihr nah gekommen, sie ließ diese Nähe zu, die brannte. Meine Lust loderte, meine Gier war entfacht und meine Entscheidung getroffen. Ein einfaches ja, ein kleines Wort, welches Welten auslöschen konnte, war die Antwort auf die Frage, die noch gar nicht gestellt worden war.
Amalia hingegen, ganz in ihrer Welt versunken, setzte die Nadel an. Sie wählte nicht irgendeine Stelle, sondern die Empfindlichste. Die Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen mündete darin. Die schräge Spitze der Kanüle thronte drohend auf ihrer Haut, die sich vom gedehnten Fleisch daneben abhob, nicht nur farblich. Sie hatte ihren Kitzler befreit und hielt ihn fest, dehnte auch diese Haut und suchte nach Mut. Nachdem sie ihn fand, schob sie die Kanüle durch die Haut. Schneidend glitt sie durch das Gewebe, so, wie ich es kannte, abermals gesehen und selbst durchgeführt hatte, erreichte mich das nicht. So dass ich mit meinem Blick zu ihrem Gesicht wechselte. Die Maske trug sie, damit mich ihr Gesicht nicht ablenkte, diese Entscheidung betreute ich just in diesem Augenblick. Nur die Augen verdeutlichten das Schauspiel, die Tränen schlossen sich zusammen, nahmen Abschied und hinterließen die Spuren in Form kleiner Flüsse, die sich vom Material lösten, um den Boden zu finden.

Ihr Fehler, dessen war ich mir gewiss, war, dass sie sich zu viel Zeit nahm, viel zu langsam die Nadel führte. Nicht nur Blut konnte dadurch schneller austreten, die Pein maximierte sich, Schmerzreize stapelten sich auf und unterbanden die Fortführung der Handlung indirekt. Auch das hinderte sie nicht, die Spitze trat auf der anderen Seite aus und erst als sie vollkommen durchgeschoben war, hörte sie auf. Ihre Arme legte sie wieder hinter ihren Rücken und ließ zu, dass ich ihr Bild genoss. Als ich in ihr Gesicht blickte, sah ich, dass auch sie mir in die Augen sah. Dieser Blick, eine Ansammlung ihres Innersten, Angst, Gier, Schmerz und Mut, gemischt mit Wut und Kraft, umhüllt von Willen und Verzweiflung, nahm mich gefangen. Reglos stand sie da und las mein Gesicht, nun sie blickte in mein Innerstes und schloss Freundschaft mit meiner Gier.

Die Zeit war längst abgelaufen, doch ich löste mich nicht. Als meine Erregung abgeklungen war, fragte ich sie: „Was bist du?“
Sie antwortete sofort, die Laute, die sie verzerrt von sich gab, entsprachen ihrer selbst gewählten Bezeichnung. Verdeutlicht durch die Laute des A und der O.
„Willst du mehr?“, fragte ich sie und ihr Nicken stimmte zu. Sie wusste nicht was, aber sie war zu allem bereit. Ich stand auf, stellte mich neben sie und entfernte das Klebeband, das ich wahllos auf ihren Körper hinterließ. Meine linke Hand legte ich auf ihrer Stirn ab, sanft veranlasste ich sie, den Kopf wieder in den Nacken zu legen. Dann nahm ich den Blasebalg und pumpte ihren Knebel weiter auf. Dadurch, dass er durch ihren unbedeckten Mund wieder entweichen konnte, drang er so Stück für Stück, Stoß für Stoß, langsam aus ihr heraus, um am Ende hastig diesen Mundraum zu verlassen. Die Maske war von ihrem Speichel benetzt, die langen Fäden klebten daran. Ansehnlich war sie nicht, aber unbändig ihre Lust. Meine Hand wanderte zu ihrem Intimbereich, dort legte ich einen Finger oberhalb und unterhalb der Nadel ab, um so einen Druck aufzubauen. Mit dem Daumen strich ich leicht über ihre Klitoris, Amalia atmete tiefer. Ganz leicht stimulierte ich sie, baute damit ein Verlangen auf, eines, was ich nicht zu erfüllen versuchte. Noch Niemandem, der sich mir unterwarf, schenkte ich diese Art der Erleichterung. Und es lag auch nicht in meiner Absicht, dies nun zu tun. Viel eher drängte ich Amalia an den Rand ihrer Existenz, baute mit jeder Berührung das Verlangen auf, um es schlagartig zu zerstören. Die Abhängigkeit und die Willkür waren alles, was sie davon behalten sollte, so hörte ich auf. Ihr Blick flehte, sie zappelte leicht. Ich suchte die Nähe ihres Ohres und sagte leise: „Fotze präsentieren“. Die erlernten Inhalte waren noch zugänglich, die bekannten Worte bewirkten noch immer das sofortige Agieren ihrerseits. Denn augenblicklich bewegte sie sich, legte sich auf den Rücken und stützte das Becken ab. Ihre Beine öffnete sie waagerecht, genau so, wie sie es unzählige Male zuvor tat. Aber statt mich nur mit meinen Blicken zu bedienen, setzte ich mich und legte meine Schuhe auf ihren Oberschenkeln ab. Sie gewährte mir einen perfekten Blick, die Kanüle war auf der Unterseite vollständig ausgetreten und glänzte im spärlichen Licht, wie ihre Tränen zuvor.

Wieder dehnte ich ihre Zeitwahrnehmung, quälend lange hielt ich sie in dieser Position. Da in unserem Club absolute Offenheit herrschte, stießen ab und an Leute zu uns. Auch sie sagten nichts, schauten nur nach, wer zu Gange war und was passierte. Und es passierte nichts, meine Schuhe lagen auf ihren Oberschenkeln und sie präsentierte sich still. In der Zwischenzeit schrieb ich einen Brief für sie, jede Formulierung wählte ich mit Bedacht. Erst im Anschluss entfernte ich die Kanüle und versorgte die Wunde. Ihr Blut, welches nach dem Ziehen austrat, versiegte schnell.

Ich erlöste sie mit einem leichten Schlag auf die offene Scham, woraufhin sie ihre Position veränderte und die Verbindungen zu ihren Schamlippen nacheinander löste. Bis sie wieder stand, brauchte sie unglaublich lange. Ihre Trägheit, die ich ihr abtrainiert hatte, war zurückgekehrt.
Auf dem Tisch lag der geschriebene Brief, den ich ihr gab. Dann ich entfernte ihre Maske, strich über ihre Wange und sagte ihr: „Du hast bestanden. Weitere Anweisungen und Details kannst du dem Brief entnehmen. Ich löse mein Versprechen ein und gewähre dir 48 Stunden unter meiner Herrschaft. Arbeite an deiner Kondition, du wirst sie brauchen.“

Traurig blickte sie mich an und nahm den Briefumschlag entgegen. Auch wenn ich mich nur schwer trennen konnte, ihr Gesicht fesselte mich mehr als jemals zuvor, ging ich in den Außenbereich des Clubs. Die Luft war warm und draußen waren einige Leute, die beisammen unter den bunten Lichtern des Pavillons saßen und miteinander sprachen. Ich brauchte noch Zeit für mich, um die Erfahrung mit Amalia zu verarbeiten. In Gedanken blickte ich in den Himmel und vermisste die Sterne, die ich in Kroatien sah.

„Interessante Show“, wurde ich von Henry angesprochen, der seine Pause im Außenbereich machte und dabei rauchte. Ich drehte mich zu ihm und musste lächeln, dann antwortete ich: „Es war keine Show, nur die Eignungsprüfung.“
„Meinetwegen auch das“, sagte er und nahm einen Zug bevor er fort fuhr, „und doch wirkte es eingespielt. Ihr wart harmonische Gegenteile, wenn du verstehst, was ich meine.“
„Ja, zwangsläufig zumindest. Es wird Zeit, dass ich mich mit ihr auslebe und aktiv werde. Meine Reservierung steht noch?“, hakte ich nach, da Henry den Überblick über die Buchungen hatte, auch wenn es nicht in seinem Verantwortungsbereich lag.
„Ja, jedenfalls laut Buchungssystem. Aber Kerstin hat sich bereits beklagt, du solltest dich auf einen Raum festlegen“, verriet er mir und ich nahm ihm die Zigarette aus der Hand. Nach einem Zug gab ich sie angewidert zurück und antwortete ihm: „In einer Woche kann ich erst bestätigen, dann weiß ich mehr darüber, was passend ist.“
„Ich muss wieder rein, Kundschaft an der Bar. Komm später noch mal vorbei“, bat er mich, drückte seine Zigarette aus und ließ mich allein. Nur selten und in besonderen Momenten fiel ich in alte Verhaltensweisen zurück. Als ehemaliger Raucher ekelt mich der Geschmack von Zigaretten nur noch an, zugleich bestätigt mir die Abscheu die Entscheidung. Und nicht nur in dieser Hinsicht. In Gedanken versunken, setzte ich mich auf die kleine Holzbank neben den Eingang und schaute weiter in den Himmel, noch immer suchend.

„Schön dich mal wieder hier zu sehen und auch in Aktion“, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Ein bekanntes Lächeln erkannte ich und eine warme Hand suchte meine.
„Hallo Robert, schön auch dich zu sehen“, sagte ich und blickte ihm tief in die Augen. Auch er war ein ehemaliges Objekt, mit dem ich immer mal wieder Kontakt hatte.
„Machs“, bat er mich ganz leise und ich erfüllte ihm den Wunsch. Er beugte sich zu mir, mit meiner Hand fuhr ich seinen Hals entlang, strich über seinen Kehlkopf und meine Reise endete im Nacken, wo ich seinen Haaransatz ergriff. Mit festem Griff führte ich seinen Kopf über meine Schuhe, dann ließ ich los und Robert ging von selbst auf die Knie und küsste sie. Als er mich im Anschluss anblickte, lächelte er zufrieden und setzte sich wieder zu mir. Dieses Ritual hatte sich zwischen uns verselbständigt, woran wir beide Gefallen fanden.
„Geht es dir gut?“, fragte ich und er wirkte zufrieden.
„Ja, sehr gut und Janine geht es auch bestens. Auch wenn wir im Moment wenig Zeit zusammen verbringen, sie ist oft auf Dienstreise. Aber es ist noch immer schön. Eigentlich wollte ich nur kurz was trinken, um die Langeweile des Jobs los zu ertränken. Und da habe ich dich gesehen mit der Frau. Du machst mir noch immer eine Gänsehaut“, gab er lächelnd zu. Ich sah ihn an, seine Zufriedenheit und das Glück teilte er auch mit den Augen mit.

„Gänsehaut, eine sehr schöne Reaktion“, stellte ich fest und berührte seine Arm neben mir, fuhr mit den Fingerspitzen über seine Haut und erlebte mit, wie sich seine Haare erneut aufstellten. Es wirkte beinahe so, als würde ich ihn elektrisieren.
„Sehnst du dich zu mir zurück?“, fragte ich ihn, als ich wieder von ihm abließ.
„Nein, aber ich sehne mich nach dem Gefühl, dass ich mit dir verbinde. Die Ruhe, das Nichts, ab und an will ich dahin zurück. Das heißt aber nicht, dass ich das erneut erleben will. Erstens bin ich körperlich nicht in der Lage, aber auch geistig nicht. Ich glaube, dass ich nicht durchhalten könnte bis zu dem Punkt, ab dem ich abschalte. Es würde mich wohl vernichten, entweder würde ich durchdrehen, oder zum Erliegen kommen. Beides sind Zustände, die ich nicht haben will“, sagte er und hörte auf. Ihm, und somit auch allen anderen Objekten, hatte ich verboten Fragen zu stellen im nachfolgenden Kontakt. In seinem Gesicht konnte ich jedoch erkennen, dass er mir die Frage nach dem ‚warum‘ stellte. Mein Lächeln war Antwort genug, mehr gab ich nicht preis und Robert war mit der Deutung beschäftigt. Unser Gespräch endete an dieser Stelle und Robert suchte meine körperliche Nähe, ganz nah saß er neben mir und schaute sich um. Gedankenverloren legte er seine Hand auf meinem Oberschenkel ab, ich ließ ihn gewähren.

Aber auch diese Ruhe währte nicht lang, schon bald kniete sich Amalia vor uns auf den Boden. Robert stellte sich vor und sie sprachen leise miteinander. Amalia hatte sich frisch gemacht, ihr Seifengeruch verriet, dass sie duschen war und ihr Kleid, gehalten in einem dunkeln Rotton, heuchelte Normalität. Es war zu viel davon, ich durchbrach sie: „Hocken!“
Augenblicklich setzte sie diese Anordnung um, nahm die Position ein, die sie als Objekt erlernt hatte. Neu war, dass sie ihr Kleid sortierte, bevor sie die Arme hinter den Rücken nahm.
„Was habe ich diese Haltung gehasst“, teilte mir Robert mit und schaute Amalia anschließend an. Ganz langsam verstand er, wenngleich sich noch mehr Fragen ansammelten. Er hielt sich zurück, weswegen ich ihm den Sachverhalt erklärte. Amalia ließ ich außen vor, sie verblieb in der Position und hörte zu. Lange redeten wir nicht, zu spät wollte ich nicht nach Hause, weswegen ich den Club recht bald verließ. Mit Amalia sprach ich nicht direkt, zum Abschied durfte sie wie Robert meine Schuhe küssen.

Ich will mehr! Ich brauche mehr! Mehr von was weiß ich, Hauptsache mehr. Aufmerksamkeit, nur deine. Betrachte mich, genieße mich, führe mich. An meine Grenzen, an die Grenzen des Möglichen, an den Rand meiner Welt. Stoß mich in den Abgrund, in den ich allein nicht finden kann. Zwing mich dazu, mich mir zu stellen, um mich dir stellen zu können, um mehr zu bekommen, um mehr zu erleben und viel mehr zu empfinden. Mein Herz bleibt stehen, bei jedem deiner Worte, mein Körper reagiert auf dich, führt aus, jeden noch so absurden Befehl. Ich will mehr!

Um Amalias Vorlieben kennenzulernen, hatte ich ihr aufgetragen, mir täglich erotische Filme zu senden musste. Gemeinsam, sie hockte wie bekannt, schauten wir uns diese Filme per Videokonferenz an und sie musste mir erklären, was sie daran faszinierte. So konfrontierte ich sie zum Einen mit der Lust und verstand zum Anderen, worauf sie sexuell reagierte. Die meisten Filme spielten sich in Verliesen, in Kellern und ähnlichen Einrichtungen ab. Inquisitionen, Folter und dergleichen zeigte sie mir, aber auch eine andere Seite, die sich im medizinischen Bereich abspielte. Aber auch dort waren Szenen der Folter tragend, nur mit anderen Hilfsmitteln. Ich verstand dadurch, warum sie die Handlungen in ihrer Präsentation wählte.

Amalia war eine Frau, die von der Erniedrigung betäubt wurde, um jede Form von Schmerzen zu ertragen. In diesem Modus begriff sie sich nicht als Frau oder Mensch, sondern als Fleisch, das Leid zum Leben benötigte. Ihr Masochismus war mir bewusst, seine Tragweite jedoch erstaunte mich immer wieder. Mir schien, dass die Härte von Film zu Film zunahm und sie mir immer mehr anvertraute. Ersichtlich war, dass sie ihr Leben als Sklavin vermisste. Sehr viele Filme befassten sich mit der Abrichtung, Konditionierung und Überprüfung von Frauen. Sie sagte, dass ihr diese Aufgaben fehlten, sie nichts gehabt hätte, mit dem sie an sich selbst arbeiten konnte. Amalia erlebte eine Ruhelosigkeit, die sehr an ihr nagte. Mein Plan schlug um, denn statt durch die Erotik Amalias Lust anzuheizen, wuchs ihr Frust ständig. Auch wenn es nur elf Videos waren, schon bald hatte ich ein Bild von ihr, das es umzusetzen galt. So trug ich ihr auf, den Gang auf Ellenbogen und Knie zu erlernen. Ich machte ihr deutlich, dass ich sie 48 Stunden lang auf diese Art halten wollte. Sie sollte wehrlos unter Schmerzen sein, auf ihren Körper reduziert sein. Letztendlich setze ich das Bild um, was ich durch ihre selbst gewählten Bezeichnung ‚Masofotze‘ sah. Mehr als den Hinweis erhielt sie nicht, das reichte auch aus.

Auch wenn wir die Videos nicht mehr besprachen, so redeten wir miteinander über ihre Sexualität. Sie teilte mir ihre Fortschritte mit und zugleich öffnete sie sich total. Auch wenn es unangebracht war über vergangene Beziehungen zu sprechen, ließ sie mich daran teilhaben. Die Gründe, weswegen sie nicht hielten, hatten wir bereits geklärt. Mir war wichtiger, wann sie wirklich zögerte und aus welchem Grund. Denn nach all dem, was ich sah, was sie mir mitteilte, empfand ich sie als nahezu tabulos. Reine Zeichen der Erniedrigung blockierten sie, die Aufnahme von Urin war ihr nicht ohne weiteres möglich. Sobald sie zur Strafe geschlagen wurde, wandelte sich die Strafe in Genuss um, wodurch es ihr nicht möglich war, dieses Verhalten abzulegen, da es verstärkt wurde. Die einfachsten Prinzipien wurden bei ihr von ihr missachtet, wodurch sie langfristig damit zu kämpfen hatte. Meine eigenen Erfahrungen mit ihr zeugten davon, dass sie durchaus in der Lage war unerwünschte Verhaltensweisen aufzugeben. Bei ihr waren einfach nur mehr Schmerzen und ein enormer dauerhafter Druck notwendig, um eine Strafe effektiv erscheinen zu lassen. Eine Überlagerung von Schmerzen machte sie sehr schnell fügsam und auch gehorsam. Zudem musste man bei ihr auf die Körperregion achten. Hiebe auf die Beine oder den Po konnten ihren Masochismus nicht bezwingen. Ihre Scheide hingegen schon, was ihre Selbstbezeichnung indirekt selbst bestätigte.

***

Die Tage verstrichen langsam und doch erreichten die Sekunden, versammelt in Minuten und Stunden, den Tag, auf den nicht nur ich wartete. Mir selbst ging es nicht nur um dumpfes Ausleben, ich wollte neue Seiten in mir selbst erleben und anderes zu bestätigen versuchen. Transformationen, die vollkommene Verweigerung der Realität, dem Bekannten und der allgemein üblichen Normalität, wollte ich erleben. Nicht nur sinnlich, durch das, was ich als Bild erwählte, sondern vor allem mein Empfinden wollte ich tiefer ergründen. Ich verließ die mir bekannten Bilder und suchte neue, die sich optisch entfernten, aber dem Prinzip treu blieben. Ich erschuf meine eigene Vision eines Tierspiels, um den gängigen Begriff aus dem Wege zu gehen, und konnte damit auch Amalia einbinden.

Mit meinen persönlichen Dingen sowie Kleidung zum wechseln, machte ich mich nach dem Mittagessen auf, um den Club zu besuchen. Da es noch am Tage war, war ich wieder mit Henry allein, jedoch suchte ich kein Gespräch. Er teilte mir mit, dass sie bereits anwesend war und sich vorbereitete, dabei beließ ich es und suchte den Außenbereich auf. In Gedanken sortierte ich mein Vorhaben und erlebte eine gewisse Vorfreude auf ihren Anblick.
Erst nachdem mein Smartphone mich erinnerte, nahm ich meine Tasche und ging in das Verlies, was ich für dieses Treffen als Örtlichkeit gewählt hatte. Oft war ich dort nicht, der Keller, übersät von Gitterstäben, war vorher keiner meiner bevorzugten Räume.
Als ich die Kellertür öffnete, was eher einer Pforte ins Mittelalter entsprach, war ich angekommen. Ich ließ mich auf das Setting ein, war bereits mehrfach zu dieser Tür gegangen, um Neues zu entdecken, wie auch in diesem Moment.
Der Kellerbereich war weitläufig, die Decke war etwas tiefer, was dem Raum, dem Gewölbe, mehr Weite bot. Es wirkte fast so, als hätte jemand versucht ein Quadrat zu stauchen, dessen Raum die Flucht in alle möglichen Richtungen nahm. Darin verborgen Zellen, mit bodenlangen Stäben und Käfigen in ihnen. Stahl und Stein erzeugten eine ganz eigene Stimmung, die durch die Illusion des Alten noch verstärkt wurde.

Amalia kauerte in einem Käfig, in der Zelle, die ich ihr zugewiesen hatte. Sie reagierte auf meine Schritte, schaute zu mir, aber bewegte sich nicht. Mit ihrem Körper füllte sie den Raum in Gänze aus, passte sich an das Platzangebot an und sah mir direkt in die Augen, als ich die Zellentür öffnete. Sie war vollkommen nackt und hielt bereits die Körperhaltung, die in den kommenden zwei Tagen ihr Standard werden sollte, ein.

„Bist du bereit?“, stellte ich ihr die Erste und letzte Frage für die kommende Zeit. Sie antwortete versetzt, es schien als wären ihre Zweifel zurück, jedoch erlöste sie mich mit ihrer Antwort: „Ja.“
Mit diesem kleinen Wort erteilte sie mir die Freigabe und ich setzte mich auf meinen Stuhl. Den Raum hatte ich vorbereitet, im Zentrum stand meine Sitzgelegenheit und Dinge, mit denen ich mich versorgen konnte. Unter dem Tisch, versteckt durch ein Tischtuch, stand mein bestelltes Wasser. Alles war vor Ort, weswegen ich mich niederließ und Amalia ansah.

„Bei Fuß“, wies ich sie an und sie bewegte sich hastig auf mich zu. Die Tür zu ihrem Käfig stand offen, so dass sie nicht behindert wurde auf ihrem Weg zu mir, zu meinen Füßen. Noch war sie nicht vorbereitet, aber dies war absehbar nicht mehr lange der Fall. Auch vor mir verblieb sie in der Haltung, die ich mir genau ansah. Noch kontrollierte sie die Körperspannung und hielt sich gerade, ich war darauf gespannt, ab wann sie diese Vorgabe vernachlässigen würde, und ein Teil in mir genoss diese Vorfreude.

„Männchen“, war die nächste Aufforderung und Amalia setzte es um, auf den Knien stehend, erhob sie den Oberkörper, ließ die Arme angewinkelt und streckte sie nach vorn. Ganz so, wie es Hunde gern taten, um etwas zu erhalten. Auch Amalia erhielt etwas, nicht nur die Bandagen, die ihre Gelenke schützen sollten, auch das Tape nutzte ich, um ihren Bewegungsspielraum zu manifestieren. Ein Strecken der Arme verhinderte ich, im angewinkelten Zustand, den Unterarm an den Oberarm gedrückt, verband ich ihre Gliedmaßen.
„Platz“, wies ich sie an Amalia kämpfte mit der Umsetzung. Ohne die Arme zu verwenden, war dieser Befehl nur schwer umsetzbar für sie. Auch wenn sie Zeit zum üben hatte, manches war einfach schwierig für sie, da meine Bedingungen galten.

Nachdem sie endlich entsprechend saß, die Beine perfekt angewinkelt und ihre Scheide mit Bodenkontakt, setzte ich Markierungen an ihren Beinen, um ihr anschließend den Befehl zu geben, sich auf den Rücken zu legen. Erst in dieser Position konnte ich mit ihren Beinen so verfahren, wie zuvor mit den Armen. Ihre Arme und Beine waren vollständig bedeckt von diesem weißen luftdurchlässigen Gewebeband. Damit meine Vorgabe länger halten konnte, nahm ich festes, undurchdringbares graues Band und verstärkte alle Bereiche. Dadurch konnte ich Folgeschäden verringern und ihre Haut schonen, der Klebstoff des undurchlässigen Gewebebandes war nichts, womit sie langfristig Kontakt haben sollte.

Ihre Gliedmaßen waren in der Position, in der sie bleiben sollten, aber fertig war ich mit ihr noch nicht. Noch lange nicht, denn ihrer Selbstbezeichnung wurde sie nicht gerecht. Dem widmete ich mich und nahm das weiße Gewebeband, welches ich unbewusst vorsichtig durch die Ringe an ihren Schamlippen zog, um wieder das Bild zu erhalten, welches wir beide kannten, nur aus anderen Perspektiven. Ich spannte ihre Schamlippen auf, befestigte die Streifen, die ich durch die Ringe zog, an ihren Oberschenkeln, so dass nichts verborgen blieb. Der Scheideneingang, ihre Klitoris, alles offenbarte sich deutlich in jeder Position. Kein Schutz, nur absolute Reduzierung auf die Region zwischen ihren Beinen, für mich so sichtbar, wie für jeden anderen auch.

Ich hasse den Namen! Und doch bin ich nur das, du machst mich dazu, ich mache es. Kann ich in deiner Gegenwart mehr sein als das? Nein.

Ich gab ihr einen Moment der Ruhe, fuhr mit den Fingern ihrer Haut entlang, vom Bauch aus zu ihren verkürzten Beinen. Sie sah mich an und lächelte, konnte diesen Berührungen etwas abgewinnen, was nicht nur das Bekenntnis unserer hemmungslosen Vorstellungskraft und Gier war, sondern ein Hauch der Zwischenmenschlichkeit, die wir schon bald hinter uns ließen. Noch als ich sie berührte, erinnerte ich mich an die Tiere in Kroatien, die Vielfalt und vor allem Schönheit dieser Wesen in der Freiheit, wenngleich einige dieser deutliche Spuren des Straßenkampfes, meinetwegen auch Waldkampf, wie eine Trophäe trugen. Unabhängig von der äußeren Erscheinung, ob spärliches Fell oder auch Wunden, zeigten sie eine Lebensfreude, die mir als Mensch unbegreiflich schien. Das Überleben selbst war Krieg, für viele von ihnen und doch erschienen sie mir glücklich. Glück ist ein sonderbares Wort, nicht greifbar, nicht fühlbar und nur im Anschluss eine Wertung, der die Mehrheit der Menschen etwas abgewinnen konnten, sich dadurch bestätigt sahen, welche Bestrebung es im Vorfeld auch immer war. Glück blieb immer wage, ein Wagnis aber, das konnte bewusst eingegangen werden und auf ein solches begaben wir uns. Ich und die Frau, die noch als solche erkennbar war und auch blieb. Die Entfremdung unserer selbst, zu der Natur, das zeigte auch unsere Vision. Statt Amalia die Freiheit der kleinen anmutigen Katze zu schenken, verwandelte ich sie in etwas grauenhaftes, etwas wildes und gefährliches, was gefangen gehalten und vollständig eingeschränkt werden musste. Sie wurde zu einer Mischform unbekannter Wesen im Körper eines Menschen, eine Chimäre, welche die Gefährlichkeit des Kerberos, ihrem Bruder, in sich trug. Ihr Geist und ihre Persönlichkeit hingegen waren sanft, aber nur bis zu dem Moment, in dem ihre Lust gewann.

„Beweg dich!“, forderte ich sie auf, damit ich ihren Bewegungsablauf prüfen konnte. Mit den bandagierten Gelenken, ohne den fortwährenden Druckschmerz, war dieser Ablauf tadellos. Nichts schien sie zu behindern, weswegen ich sie wieder zu mir rief. Sie machte Männchen und schaute mich direkt an, wirkte dabei gelassen. Die Chimäre, die vor mir kniete, war gezähmt. Aber das hielt mich nicht davon ab, mit der Gefangennahme fortzufahren. Das Elektrohalsband war mein Mittel der Kontrolle, welches ich ihr um den Hals und die Intensität des Stromschlags fest legte. Unsere Vereinbarung besagte unter anderem, dass sie nur noch Laute von sich geben durfte. Keine Imitation von Gebell, sondern Geräusche, die eindeutig nicht mehr menschlich waren. Wimmern und heulen stand ihr zu, das war mehr als notwendig.

Meine Maßnahmen finalisierte ich, indem ich ihr einen eisernen Ringknebel in den Mund schob. Kein moderner, sondern zweiteilig aus Stahl, der unentrinnbar ihren Mund als Gefahrenquelle ausschloss. Das zahme Wesen arbeitete mit, ließ sich ausstatten und blieb bewegungslos. Nur einige Laute gab sie von sich, als ich die Feststellschrauben anzog. Ihr freundlicher Gesichtsausdruck war fortan verzerrt, die Mundwinkel bedeckt von Stahl, unfähig den Mund vollständig zu schließen. Der dicke Ring, den sie in der Nase trug, war passend, er wirkte nicht wie sonst deplatziert. Ihr Haar war wieder gewachsen, noch hatte sie etwas wie eine Frisur, viel zu ordentlich, viel zu menschlich. Die Umstände richteten es und der Wechsel war abgeschlossen, aber nur technisch. Ich sah noch zu viel menschliches, ihr vertrautes Gesicht, ließ mich nicht los. Um mich zu entfernen, stand ich auf. Amalia reagierte sofort und senkte ihren Oberkörper ab, das Gesicht schaute zu Boden. Auf den Knien blieb sie stehen, präsentierte nur ihre geöffnete Scham. Es gab nichts zu strafen und doch entschied ich mich dafür, sie zu schlagen. Das zahme Wesen hielt ich gefügig, mit einer Riemenpeitsche schlug ich ihren Rücken, half mir dabei, in dieses Spiel einzutauchen. Die Macht, die ich über das Wesen hatte, fühlte ich beim Ausholen deutlich. Es erduldete schweigend, ließ geschehen, was ihm geschah. Auch dann noch, als der Schmerz, den ich verursachte, steigerte. Nicht nur meine Erregung stieg, auch das Wesen genoss merklich. Nur war das nicht mein Anliegen, nur mich hatte ich im Fokus, ich war bereit.

Sie diente mir nicht, sondern trug zu meiner Unterhaltung bei. Auch ich unterhielt sie, mit einem Spiel, genauer mit einem Tischtennisball, den sie zu apportieren hatte und gerade so durch den Knebel passte. Noch schaute das Wesen auf den Boden, erst als es das Klacken des Balls hörte, als ich ihn fallen ließ, reagierte es, blickte sich um und machte sich ohne Aufforderung auf den Weg ihn zu holen. Noch als er sich rollend entfernte, lief es hinterher, stoppte die Bewegung mit dem Kopf und versuchte ihn mit dem Mund aufzunehmen. So geschickt es bei der Verfolgung war, so dumm stellte es sich bei dem Vorhaben an. Der erste Schock durchzog das Wesen, auch das Spiel blieb nicht folgenlos. Mit der Motivation des Erlebten gelang es ihm, den Ball aufzunehmen und zu mir zu bringen. Vor meinen Füßen legte sie ihn ab, legte das Gesicht darauf, um ihn am rollen zu hindern. Erst als es sich sicher war, legte es den Kopf daneben und blickte wieder auf den Boden, ausschließlich auf den Ball. Ich griff nach unten, nahm ihn an mich und ließ ihn erneut springen, deutlich stärker, so dass ich die Kurven, die er in den Raum zeichnete, nachvollziehen konnte. Das Abflachen der Kurve wurde unterstrichen vom steigenden Intervall der Töne, die den ganzen Raum, durch Nutzung einer jeden Fläche, durchzog. Amalias Bewegungen schlossen sich an, ich hörte deutlich, wie sie sich nicht nur entfernte, sondern auch wie sie abbremste, um ihn aufzunehmen. Nicht die Imitation des Spiels faszinierte mich, sondern einzig die Reaktionen von ihr. Sie war bereits vollkommen abgetaucht, während mir das nicht gelang. Gehorsam, das verlangte ich den Objekten ab, war die Triebfeder meines Handelns, die auch in dieser Situation gewann. Statt mich weiter der Illusion meiner Chimäre hinzugeben, mich dazu zu zwingen, wandelte ich es ab. Ich ließ mich von ihrem Gehorsam gefangen nehmen, berauschte mich daran. Noch hatte sie es nicht geschafft den Ball aufzunehmen, nach einem weiteren Stromstoß rief ich sie bei Fuß. Sie machte sich sofort auf den Weg, und ich gab ihr einen neuen Befehl. Zwischen mir und dem Ball ging ich einige Kommandos durch, die sie ausführte. Zeit zum überlegen hatte sie nicht, die Ausführung musste sitzen und sie saßen. Ich wiederholte es, gab Kommando nach Kommando und langsam fand sie den Weg zu mir. Sie war bereits außer Atem, was mich nicht davon abhielt, den Druck zu erhöhen. Ich schickte sie den Ball zu holen und rief sie anschließend zurück. Direkt vor mir ging ich die Kommandos erneut durch, sie machte alles richtig und doch strafte ich sie in ihrem Verständnis. Meine Motivation war die Ungewissheit, in der sie sich befand und die ich ausnutze. Mit dem Viehtreiber drangsalierte ich sie, sie erschrak bei jeder Berührung, sie fing an zu wimmern. Ein jaulen entlockte ich ihr, als ich auch ihre Scheide mit dem Viehtreiber berührte. Noch im Schockzustand sagte ich ihr: „Ball! Ein Versuch.“
Amalia funktionierte, sie machte sich auf und ich war fasziniert. Sie wirkte so unglaublich natürlich, authentisch und auf ihre eigene Art unberechenbar animalisch. Der Bewegungsablauf deutete auf nichts menschliches, sie ‚lief‘ sehr sicher, als wäre es ihre übliche Methode der Fortbewegung.
Es gelang ihr nicht, ohne den Ball kam sie zurück und ging in ihre Bestrafungshaltung über, ganz automatisch. Sie lag vor mir, auf dem Rücken, die verkürzten Arme und Beine von sich gestreckt und präsentierte mir ihren flachen Bauch. Den Kopf legte sie auf die Seite, ihre Augen waren geschlossen, aus dem Mund rann ihr Speichel. Mir blieb keine Wahl, deutlich länger drückte ich den Viehtreiber auf ihre geöffnete Scheide, sah ihr dabei zu, wie sie auf begehrte. Nicht, um fortzukommen, einzig die pure Reaktion zeigte sich, denn sie versuchte sich nicht zu drehen, um zu entfliehen. Mehrfach wiederholte ich es, sie jaulte beinahe durchgängig. Ihre Stimme klang heiser, ihr Drang zu weinen, setzte sich durch. All das war ihr gestattet, nur das. Der Ball war noch nicht wieder bei mir, so erhielt sie den Auftrag erneut. Deutlich langsamer und sichtbar weinend, machte sie sich auf und scheiterte erneut. Das Spiel wiederholten wir so lange, bis es ihr gelang. Der Triumph währte nur kurz, ich schickte sie in ihren Käfig und verschloss ihn. Ihren Kopf musste sie nach unten legen, damit die Tür sich schließen ließ. Ihr Gefängnis war unbequem und doch die einzige Zuflucht. Sich niederlegen durfte sie nicht, ihre Bedingungen diktierte ich. Mich ansehen, oder generell etwas sehen, war ihr nicht gestattet. Nur der Boden stand ihrem Blick zu, umgeben von ihren Beinen und mit Blick auf die eigene Scham, ihre Atmung war tief, ihr Körper zeugte davon. Ich selbst zog mich in meine Gedankenwelt zurück, auch mit Amalia im Blick. Mein Erleben, meine Erregung und mein Festhalten an althergebrachten Mustern zerlegte ich im Kopf. Mangelte es mir an Kreativität, oder gewann auch in mir das Tier? Eines, was den Geschmack von Blut kannte, und davon wie besessen war? Gehorsamkeit, das war mein Blut, Blut, dass mir die Sinne nahm und Gedanken auslöschte. Amalia glaubte nicht, dass sie gehorsam war, in diesem Szenario jedoch, war sie es, durchgängig und von Anfang an. Die abstoßende Zahmheit dieser Chimäre war nur das Zeugnis des Gehorsams einer Sklavin, dieser Masofotze im Käfig dort hinten. Die gerne litt, die alles für das Leiden tat, die jeden Befehl wie die Luft zum atmen benötigte, für die diese Haltung das Mindestmaß der Möglichkeiten war. Alles stand mir zu, jedes Recht räumte sie mir ein. Ich wurde sanft, besänftigt von ihr, obwohl es keine Wut in mir gab. Eine tiefe Zufriedenheit erfüllte mich, ich fühlte mich geehrt. Sie ließ mich in ihre Geheimnisse eintauchen, zeigte mir bereitwillig den Weg, öffnete sämtliche Türen und fegte den Staub bei Seite. Gewissheit, die brauchte ich. Ruckartig, ich erschreckte mich selbst, ging ich aus der Zelle, von außen hinter den Käfig und blickte auf sie hinab. Meine Anwesenheit blieb ihr nicht fern, Reaktionen blieben aus, es gab ohnehin keine Chance für Bewegungen, nur ihre Stimme, ein hoher Laut, begrüßte mich. Ihre Nässe, von der ich Kenntnis gewann, verriet mir, dass die Geheimnisse hinter den Türen, in den Verstecken, allesamt richtig waren. Ihre Scheide glänzte durch ihr Sekret, das Level ihrer Erregung war hoch. Ich blickte weiterhin wortlos auf sie hinab, genoss ihre Anstrengung ihrer Haltung. Die Gewissheit, es für zwei Tage dabei zu belassen, zerstreute all meine Zweifel.

Wünsche? Perversion? Was weiß ich? Loslassen, hat nicht nur Thomas gesagt. Sprenge mein Denken, zerhack die Logik, zerstückel sie! Gib mir die Leere, gib sie mir zurück! Lass mich davon kosten, lass mich immer wieder kosten, nur ein Tropfen reicht und macht mich abhängig. Macht? Sein! Es tut weh, jetzt schon. Schon jetzt. Jetzt? Ich bin am Ende! Lass mir keine Momente für Gedanken, erniedrige mich, quäle mich, quäle mich weiter. Komm über mich, bezwinge mich, nicht mich, mein Denken! Mach weiter, bitte. Bitte!

Amalia machte auf sich aufmerksam, wurde unruhig. Das Zeichen sie vorzuführen, sie auszuführen, für ihr Geschäft. Sie verblieb im Käfig, als ich die Tür öffnete, nur ihr Hinterkopf berührte mein Bein. Vorsichtig stupste sie mich an und ging anschließend in die Warteposition, bei der ihr Oberkörper auf dem Boden auflag, nur ihr Becken blieb stehen. Sie hörte zu, achtete auf jedes Geräusch und nahm wahr, dass ich ihre Kette nahm.

„Auf!“, trug ich ihr auf und sie bewegte sich langsam aus dem Käfig, machte vor mir Sitz und bewegte die Arme auf und ab. Fast so wie bitten, die Bitte, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Die Kette klinkte ich an ihrem Ring in der Nase fest, sie ging sofort in ihre übliche Stellung, bewegte sich ein Stück hinter mich, um mir folgen zu können. Vor mir zu gehen, war ihr verboten, so blieb sie zurückhaltend hinter mir, an meiner Kette. Ich hielt die Kette kurz und setzte mich in Bewegung, ohne Rücksicht lief ich normal. Es lag an ihr, sich meiner Bedingungen zu unterwerfen und unterworfen war sie bereits. Sie konnte nur folgen und tat es auch, nicht immer ausreichend schnell, aber der Zug an ihrem Ring motivierte sie immer wieder neu. Treppen zu steigen war in ihrer Situation schwierig, aber die Wahl traf sie und ich führte sie bis in den Außenbereich, dort, wo die Abende im stimmungsvollen Licht und Miteinander ausklingen konnten. Noch immer war kaum jemand vor Ort, nur Henry, der rauchend neben dem Aschenbecher saß. Ich ging zu ihm, ließ Amalia sitzen mit einem deutlichen Zug auf ihren Ring.

„Ein hübsches Tier, nur etwas schmutzig“, begrüßte er sie, anschließend mich. Amalia blieb unruhig, musste sich allerdings in Geduld üben. Das stille Sitzen gelang ihr nicht, immer wieder bewegte sie ihren Kopf leicht. Wir hingegen tauschten uns aus, über Nebensächlichkeiten, übten uns im ausgedehnten Smalltalk. Der Situation konnte sie nicht entfliehen, auch ihrer Bedürfnisse nicht. Sie ließ los und urinierte, etwas anderes blieb ihr nicht.
„Stubenrein scheint sie nicht zu sein“, bemerkte Henry und stieß damit das Tor auf, zum letzten Abgrund. Mit der Kette führte ich ihren Kopf zur Pfütze, legte die Kette locker um ihren Hals und sagte: „Leck!“
Schock und Ekel lähmten sie, zwar streckte sie ihre Zunge heraus, doch den Boden berührte sie nicht. Mit Elektroschocks, gleich mehrere, brachte ich sie dazu. Ganz langsam strich ihre Zunge über den Boden, das geriffelte Holz und ihren eigenen Urin. Aber das reichte mir nicht, ich rief: „Rolle!“
Amalia stoppte das Lecken, legte ihren Körper ab und setzte an zu einer seitlichen Rolle. Aus eigener Kraft drehte sie sich auf den Rücken, hob die Arme und blickte weg. Wieder kam der Viehtreiber zum Einsatz, wieder an ihrer Vagina. Jetzt sah ich das Tier, welches vorher nur Gedanke war. Resigniert jaulte sie wieder, ein Aufbäumen blieb aus. Nur sobald der Strom floss, zuckten ihre Gliedmaßen unwillkürlich.

Scham und Wut vermischten sich mit Verzweiflung, ganz still liefen ihr die Tränen, sie ließ es über sich ergehen, so dass ich stoppen musste. Wir balancierten auf der Schneide einer Klinge, nur ein Augenblick reicht aus, um der Finsternis nicht mehr entfliehen zu können.
„Leck!“, sagte ich und sie richtete sich auf, folgte sofort und ihre Zunge tauchte erneut in in den Urin mit Staub. Viel länger als beabsichtigt blieben wir im Außenbereich, die Sonne blinzelte durch die anliegenden Bäume. Henry rauchte und Amalia leckte, seit geraumer Zeit, für geraume Zeit. Wir ließen sie ganz in Ruhe, sie war vertieft in ihre Aufgabe. Auch andere Stimmen, die vorwiegend Henry grüßten, interessierten sie nicht. Keiner nahm weiter Notiz, Beine liefen um sie herum. Die Wortfetzen, der Gespräche, vermischten sich mit dem Gesang der Vögel, die sich am frühen Abend trafen.

Es war genug, ich schickte sie auf die Wiese und folgte ihr. Mit einem Gartenschlauch, kaltes Wasser und mit einem harten Strahl, spülte ich sie ab. Ihren Rücken, die Gliedmaßen gleichermaßen wie ihr Gesicht und intim. Nichts ließ ich aus, ihre Haare waren nass wie der Rest. Damit sie nicht fror, nahm ich sie mit, in einen Bereich, der von der Sonne erreicht wurde. Das Wasser auf ihrer Haut glitzerte zart, mit geschlossenen Augen blickte Amalia zurück, ganz so, als liebkoste sie die Strahlen, die sie trafen. Sie wirkte ganz unschuldig mit verzerrtem Gesicht. Von der Seite betrachtet, schnitt der Knebel die Mundwinkel ein. Ihre Lippen waren gespannt, wirkten vollkommen glatt. Kein Umstand, der sie begleitete, nahm ihr etwas von dieser Schönheit, die ich vor mir sah. Auch der Speichel, der sich am Metall des Knebels sammelte, zerstörte dieses Bild nicht. Eher als Akzent nahm ich es wahr, als Bereicherung des Kunstwerks, als Detail.

Sie weckte meine Erinnerungen, an eine rotblonde Streunerin am Straßenrand, die ihre Beute für ihre Kitten verteidigte. Nachdem die Krähe verscheucht war, und der Nachwuchs sich an den Resten der Nahrung labte, saß auch sie, wie Amalia, in der Sonne und feierte ihren Sieg für sich. Der Triumph war die Feierlichkeit der Sonne, die wie eine Erleuchtung schien. Während auf Amalias Haut die Wassertropfen wie die Sterne am Firmament wirkten, so war es bei dieser Katze das Fell, was glänzte. Ungleicher konnten sie nicht sein, Amalia ohne Freiheit, die Streunerin davon umgeben, hatten sie den gleichen Ausdruck von Zufriedenheit.

Ihre Haut war getrocknet, das Haar noch feucht, ich brachte sie hinüber zu ihrer Kiste. Sie war gefüllt mit Streu, dort beendete sie ihr Geschäft und anschließend führte ich sie ab. Eine Sauberkeitserziehung war notwendig, wenngleich ich anders erzog. Am Abend schenkte ich ihr nichts, sorgte dafür, dass sie nach langer Zeit am Ende ihrer Kräfte ankam. Kaum mehr bewegen konnte sie sich und so verschloss ich sie in ihrem Käfig für die Nacht. Nur die Nachtausstattung war anders, damit sie sich nicht bewegen konnte, schob ich zwei Stangen durch die Gitterstäbe. Unterhalb ihrer Brust und in Höhe des Bauchnabels lag ihr Körper auf. So konnte ich effektiv verhindern, dass sie sich legte. Mir lag viel daran, sie auf den Gliedmaßen zu halten. Wohl wissend, dass sich ihre Verfassung verschlechterte und Schlaf kaum möglich war. Es ging mir nicht um einen Erholungseffekt, viel mehr gaukelte ich diesen vor. Sie war unentwegt gefordert, selbst dann, wenn sie nichts tat. Bevor ich ihren Käfig abdeckte, stellte ich Sensoren auf, die ihre Bewegung registrierten und mich alarmierten, sobald es überhand nahm. Auch ich schlief in diesem Trakt, in einer anderen Zelle mit Bett. Warum es dort stand, erschloss sich mir nicht, für meinen Zweck jedoch war ich dankbar, dass es vor Ort war. Da ich dem gesamten Raum gebucht hatte, blieb der Besuch aus und wir waren ganz ungestört. Im Bett liegend, notierte ich die Erlebnisse und löschte alsbald das Licht.

Das ist kein Abgrund mehr! Das ist die Hölle! Aber sie ist warm – heiß, brennend, lodernd, gleißend. Wie meine Lust, die ich fühle. Die ich warum fühle? Führt meine Lust in die Hölle? Warum?
Du bist brachial! Du lässt mir nichts, sperrst mich in diesen Körper, lässt mich nicht weg, nicht frei. Erkennst du, dass ich mir das einrede? Hältst du mich deshalb gefangen? In mir? Ich will nicht weg, ich bin dort angekommen, wohin ich wollte. Zu dir, zu dem werden, was ich bin, was ich sein kann, sein möchte und muss. Aber muss es gleich die Hölle sein? Mit der unvermeidlichen Hitze? Dumme Frage! Hölle ohne Hitze? Das geht nicht. Lust und Hölle. Vereint.

Meine Nacht war erholsam, ein Alarm blieb aus. Bevor ich Amalia nach außen führte, weckte ich sie mit dem Stromimpulses ihres Halsbandes. Verzerrt stöhne sie auf, bevor ich die Abdeckung entfernte und ihr die Tür öffnete. Nur schleppend folgte sie dem Protokoll, die Freude, die am Tag zuvor zu vermuten war, blieb aus. Die Reinigung am Morgen belebte sie, morgens und abends spritzte ich sie ab. Damit ihr in den Morgenstunden nicht kalt wurde, ließ ich sie apportieren, spielte Ball mit ihr. Ausgiebig und lang, bis sie wieder kaum noch Kraft hatte. Sie bekam nur am morgen Futter, proteinreich und ausreichend, so dass ihr Körper all das bekam, was notwendig war. Das Gefühl des unentwegten Hungers hielt ich aufrecht. Nicht, um meine Maßnahmen durchzusetzen, sondern aus Orientierung zur Natur. Sie sollte tief abtauchen, um Essen betteln, ständig auf der Suche sein, nur so konnte ich die Realität einbringen, ohne ihr zu schaden. Unzählige Male ging ich die Kommandos durch, erhöhte den Druck und trieb sie zu Höchstleistungen. Jeden Fehler stellte ich in Rechnung, neben den Elektroschocks schlug ich sie, vorwiegend auf die Oberschenkel, Unterarme oder die Scham. Auch unter dieser hohen Belastung blieb ihre Erregung erhalten, die sich zeigte, und die ich überprüfte. Ständig vergewisserte ich mich ihrer Zustimmung, ihre Mitarbeit war absolut, auch dann, wenn ihr Körper versagte. Sie selbst hielt sich in diesem Szenario gefangen, restriktiver als ich es von außen bestimmen könnte.

Ich gewährte ihr mehr Pausen, Zeit für die Regeneration, zum erholen und durchatmen ohne Druck. Nur so konnte ich meine Erwartungen aufrecht erhalten, viel zu stark hatte sie bereits abgebaut in den ersten Stunden des noch langen Tages. Die Nacht stand ihr ins Gesicht geschrieben, die Augenringe, die üblicherweise kaum wahrzunehmen waren, zeigten sich deutlich. Weder der Schmutz, noch das zerzauste Haar, nahmen ihr etwas ihrer Schönheit. Nichts an ihr war grauenhaft, ungeheuerlich blieb einzig ihr Wille. Sie berauschte mich, die Langeweile, die ich erwartete, blieb aus. Objekte blendete ich aus, teilweise bewusst, oft ohne Absicht, da sie sich in die Umgebung integrierten. Sie hoben sich nicht ab, waren absolut passiv in ihrem Dasein. Amalia aber war aktiv, auch wenn sie auf der Wiese ruhte. Sie lag auf der grünen Wiese, umringt von kleinen gelben Blumen. Nur vereinzelte Sonnenstrahlen, die das Blätterwerk durchdrangen, erreichten ihren Körper, bewegen sich durch den leichten Wind. Sie lag auf dem Rücken, schien zu dösen währenddessen ich im Schatten saß und nachdachte. Erst als ich mich von der Illusion entfernte, mich auf das Wesentliche beschränkte, konnte ich authentisch aktiv werden. Vor allem aber war ich daran interessiert, wie Amalia sich derart darauf einlassen konnte. Mir ging es nicht um ihren Willen, den hatte ich im Griff, sondern um ihr Eintauchen in diese geschaffene Welt, die mir vollkommen fremd blieb.

Was mich beschäftigte, war ihre Abhängigkeit, die letztendlich in einem Widerspruch endete. Nicht für Amalia, aber für mich. Das Reizvolle daran, das Erleben der Macht und der Kontrolle, wechselte sich ab mit der Erledigung banaler Dinge, zu denen sie selbst nicht in der Lage war. Dadurch konnte ich nicht abschalten, mich nicht in irgendeine Realitätsebene zurückziehen, sondern musste immer präsent bleiben. Das entfremdete Spiel, das indirekte Miteinander, wurde verdeutlicht. Mein Spielfeld war verschoben, da ich keinen Rückzug hatte. Mit den Objekten führte ich mein Leben weiter, sie nahmen eine Zeit lang daran teil, kannten ihre Aufgaben und erfüllen diese. Auch das war entfremdet, aber sie waren nicht auf mich angewiesen, damit sie überlebten. Diese Erfahrung unterschied sich davon, mir ging das zu weit. Kontrolle kann bezaubernd sein, bereichern und entflammen, aber ebenso auch eine unglaubliche Last sein. Die Verantwortung jedoch, die neue Dimension öffnete, war abstoßend für mich und meine ganz eigene Hürde. Diese übersprang ich gern phasenweise, aber keinesfalls fortwährend, da meine Ablehnung, in Verbindung mit der Zeit, zunahm. Ich bin totalitär, vollkommen ohne Zweifel, aber kein Herrscher, der seine Untertanen auf ewig zu nichts verdammt.
Amalia war wieder erwacht und suchte meine Nähe, sie hatte ihren Kopf neben meinen Fuß gelegt und verhielt sich ruhig. Nur kurz hatte ich den Impuls sie zu streicheln, ich entschied mich dagegen. Nach Erleben des Elektroschockes nahm sie die Warteposition ein, das war passender.

Ich ging erneut die Kommandos in einer schnellen Abfolge durch, bei der ich jede Abweichung strafte. Amalia war schnell wieder im Erschöpfungszustand, der erst durch unsere vereinbarten Auszeit unterbrochen wurde. Den Knebel entfernte ich ihr, sie blieb dennoch ungewöhnlich lange nicht ansprechbar. Auf die ersten Ansprachen reagierte sie nicht, schließlich aber beantwortete sie mir die Frage nach ihrer körperlichen Verfassung. Sie sagte: „Mein Körper ist ein Gefängnis aus Schmerz.“
Dieses Geständnis empfand ich als reizvoll, denn die Belastung hielt konstant hoch, um ein solches Ziel zu erreichen. Der Druck sollte sich unentwegt entfalten können, sie umschließen und gefangen nehmen, dies war mir gelungen. Aber mir ging es nicht nur um die Bestätigung meiner Vorhaben, zugleich musste ich in Erfahrung bringen, ob sie weiter machen wollte und ob sie dazu überhaupt im Stande war. Konkret befragte ich sie zu ihrer körperlichen Haltung und erhielt als Antwort, dass nichts Amalia an der Fortführung hinderte. Sie hatte weder Verspannungen noch Probleme mit der Durchblutung. Ihr Bewegungsablauf deutete auf keine Gewichtsverlagerung hin und das in Bewegung halten verhinderte Folgebeschwerden. Auch die Gelenke, auf denen sie sich gepolstert fortbewegte, wurden nicht beeinträchtigt. Da sie Dauerknebelungen gewöhnt war, wenngleich es für sie unangenehm blieb, war auch ihr Mundraum in Ordnung. Nur ihre geschwollene rote Scheide brannte durch die Dauerbelastung und Beanspruchung, von den Schlägen ganz zu schweigen. Um ihren Namen gerecht zu werden, war dies ein für mich wünschenswerter Zustand, der nicht schadhaft war.

Freiwillig, Amalia wollte zurück in ihre Traumwelt, öffnete sie im Anschluss ihren Mund und ich erfüllte ihr diesen Wunsch. Ich ließ mir viel Zeit bei der Feststellung der Schrauben, genoss ihr verzerrtes Gesicht und erlebte mit, wie sie unfreiwillig den Mund immer weiter öffnete. Das war Hilflosigkeit, die mich ansprach mit deutlichen Reaktionen. Um sie vollends abtauchen zu lassen, nahm ich sie mit in das Verlies und züchtigte sie ohne Grund ausschließlich auf ihre Scham. Sie lag vor mir auf dem Boden, rücklings, und hielt die kurzen Beine selbst geöffnet. Schon diese Haltung benötigte ihre Konzentration, die Schläge erschwerten ihr die Reglosigkeit. Denn sobald sie sich bewegte, nahm ich den Viehtreiber und gab ihr einen Elektroschock direkt auf die Klitoris, wodurch ich eine viel heftigere Reaktion erhielt. Das sich windende Fleisch, unkontrollierbar reagierend, leidend und wimmernd, ließ mich abtauchen. Sie berauschte mich regelrecht. Ich verstand ihre Sucht, denn auch ich war ihr verfallen, nicht nur der Begierde selbst, auch ihr, Amalia. Sie war unglaublich stark in ihrer Verletzlichkeit. Sie lernte schnell, dass ihre Selbstkontrolle gefragt war. Erst als ihre Reaktion auf den Schock reduzierter ausfiel, ging ich wieder über zu den Schlägen. Mir war die Zeit egal und ihr ließ ich genug Zeit.

Unglaublich! Dein Sadismus kann sich in Grausamkeit wandeln. Ich ahnte was in dir ist. Ein wenig zumindest, ich glaubte es. So entfesselt gnadenlos erlebte ich dich nie. Schonungslos warst du schon immer, jedenfalls zu mir. Ich weiß nicht, was das war. Auch nicht, wie ich das erdulden konnte, überstehen konnte. Real muss es gewesen sein, das fühle ich, aber war ich wirklich die ganze Zeit da? Bin ich gestorben? Habe ich als Geist zugesehen, der nicht loslassen konnte und zurückkehrte? Weil ich es erleben wollte? Erleben will? Bin ich wahnsinnig? Du? Bist du es? Du bist wieder ruhig, lässt mich in Ruhe. Aber schau hin, ich bin bereit, bereit für dich.

Nach der Züchtigung, es müssen gut zwei Stunden gewesen sein, führte ich sie wieder nach draußen und reinigte sie. Nicht nur mit dem Gartenschlauch, ebenso spülte ich ihre Nase, putzte ihre Zähne und kontrollierte ihren Körper. Zum Trocknen saß sie wieder in der Sonne während ich mein Abendbrot aß. Sie blieb bezaubernd, trotz und dessen.

Bevor wir den Abend im großen Saal verbrachten, führte ich sie vor. Wir waren nicht allein im Außenbereich, in dem ich ihren Gehorsam prüfte. Meine Kommandos befolgte sie sofort und die Ausführungen waren unerwartet präzise. Die Züchtigungsprozedur hatte ihre Wirkung entfaltet, Amalia wuchs über sich hinaus. Vollkommen außer Atem saß sie vor mir, ihr Brustkorb hob und senkte sich tief, sie speichelte stark aber sie blieb aufmerksam, wartete auf weitere Befehle, schien nur für die Erfüllung zu existieren.

„Ein neues Objekt?“, wurde ich gefragt.
„Hinlegen!“ wies ich Amalia an und widmete mich der Besucherin: „Nein, ein ehemaliges.“
„Vom Objekt zum Tier? Oder hast du deine Methoden und die Ausbildung verändert?“, wurde ich gefragt. Was die Zukunft betraf, so hatte ich bisher keine Wahl getroffen. Bewerbungen lagen vor, Silvia hatte diese bereits sortiert und vorbereitet, nur meine Interessen lagen woanders. Eine Abwandlung meiner Vorgehensweise sah ich allerdings nicht vor, nur die Optimierung.
„Ich lebe mich einfach nur aus“, sagte ich ihr und sah in ihrem Gesicht ein breites Grinsen.
„Schade, ich hätte dir glatt Robert für eine solche Ausbildung überlassen. Er ist recht faul geworden und könnte das gut gebrauchen“, verriet sie mir und ich sah mir Robert an. Gemäß der Vorgaben war er gefesselt und kniete auf den Boden blickend neben Janine.
„Zeig sie mir“, bat sie mich und setzte sich neben mich auf die gepolsterten Sitzmöglichkeiten aus Stein, welche die Wiese von der Terrasse trennten.
„Vorderansicht!“, befahl ich Amalia und sie reagierte sofort, hob den Oberkörper und anschließend den Kopf an. Die Arme nahm sie erst zur Seite und dann nach hinten, um den Blick keinesfalls zu verdecken. Und die kurzen Beine öffnete sie so weit, wie es ihr möglich war und blieb auf den Knien stehen.

Janine beugte sich vor und betrachtete ihr zartes Gesicht, sie sah sie genau an, sortierte ihr Haar während Amalia sich dazu zwang, es ihr nicht gleich zu tun. Liebevoll streichelte Janine ihre Wangen und ihre Hände wanderten weiter, begutachtend prüfte sie die Brüste, fuhr mit den Fingern über die sich deutlich abzeichnenden Rippen. Mit beiden Händen packte sie die Beckenknochen Amalias und strich ihrer Oberschenkel entlang.
„Rückenansicht!“ sagte ich, nachdem Janine ihre Hände von ihrem Körper nahm. Sobald sich Amalia neu positionierte, sie drehte sich um 180 Grad, erkundete Janine ihren Körper weiter. Sie fühlte ihre Schulterblätter, die ebenfalls deutlich hervor traten, und fuhr die Wirbelsäule entlang.
„Ein wunderschönes Wesen“, stellte sie fest. Ich stimmte ihr gedanklich zu und erfuhr etwas wie Stolz und begutachtete sie.
„Fotzenansicht“, war mein letzter Befehl. Amalia senkte den Oberkörper und legte sich auf ihre Brust. Die Arme breitete sie aus und führte sie nah an den Kopf heran, ihr Becken blieb erhaben.

„Äußerst anregend! Schöne massive Ringe und eine ausgezeichnete Farbe. Die Schwellung steht ihr sehr gut. Demnach, sie hat ja sonst kaum Spuren, erziehst du sie nur auf diese Art?“, fragte sie mich, ohne den Blick von Amalias Scheide abzuwenden. Sie fasste sie nicht an, kam ihr jedoch sehr nah, was auch Amalia bemerkte.
„Vorwiegend. Sie ist sehr empfänglich für diese Art der Erziehung. Bereits zu Beginn war das ein auffälliges Merkmal. Ihre Selbstbezeichnung ist absolut zutreffend und zu dem mache ich sie – zu einer Masofotze“, wurde ich deutlich und Janine lächelte.
„Auf dass sie niemals ihre Beine schließen möge“, scherze sie. Allerdings sah ich mich genötigt zu antworten, auch wenn es unnötig war: „Sie ist hemmungslos, sie öffnet sie gern.“

Gemeinsam gingen wir in den Saal, Amalia hielt ich sehr kurz, die Freiheiten die Robert hatte, ließ ich erst gar nicht zu. In der ‚Fotzenansicht‘ befestigte ich sie am Nasenring zu meinen Füßen. Jeder konnte auf ihr wesentliches Merkmal blicken. Zudem mochte ich diese Position, es gefiel mir, wie sie auf der Brust lag, dort ihr Gewicht trug. Als Tisch, ich erinnerte mich daran, war sie unzureichend. Als Ausstellungsstück aber war sie perfekt. Von den vielen Blicken bemerkte sie nichts, aber die Menge an Menschen machten diese Zurschaustellung rund. Ihr Kopf lag der Bühne abgewandt auf dem Boden, ihre Augen waren wie so oft geschlossen. So unschuldig, so zerbrechlich, sie selbst war der Kontrast.

Auch wenn mich die Show nicht in den Bann zog, so fand ich die Knotenkunst, die präsentiert wurde, durchaus eindrucksvoll. Da sich die Präsentation in die Länge zog, entschloss ich mich dazu, mich erneut mit Amalia zu befassen. Zu viele Pausen wollte ich ihr nicht lassen, weswegen ich sie im Hof konditionierte. Sie sollte die Verbindung zwischen Kommando, Ablauf und Schmerz verinnerlichen. Auf diese Art führte ich eine neue Position ein. Auf Befehl durfte sie sich zu einer Sitzgelegenheit bewegen, um dort den Oberkörper zu senken und die Beine nach oben an die Sitzmöglichkeit zu lehnen. Dadurch war sie zugänglich und ihre Hilflosigkeit mit all der Folgen war unumgänglich. Diese Position diente nur einem Zweck, der Schmerzzuführung, die ich mit meinem Gürtel vollzog. Zwischen all der bereits erlernten Kommandos streute ich immer häufiger das Neue. Ihre Mitarbeit litt einzig an der schwindenden Kondition, ich führte sie an ihre Grenzen und tat es gern.

Funktionieren. Ich muss funktionieren. Ich muss gehorchen. Ich muss ausführen. Ich muss mich zeigen. Ich muss erdulden.
Muss ich? Ich muss! Aber nicht, weil du das sagst. Ich muss, weil ich nicht anders kann. Ich muss dir zu Füßen sein, weil das mein einziger Platz ist. Ich muss deine Schläge ertragen. Nicht weil du das als notwendig siehst, nein. Ich bin dazu geschaffen. Ich existiere nur deshalb. Ich erwarte deinen nächsten Schlag, er wird Dämme brechen lassen.

Vollkommen erschöpft lag sie vor mir auf dem Boden. Sie hätte jedes Lob, jede Liebkosung verdient und doch blieb ich auf Distanz. Unsere asynchrone Beziehung musste aufrechterhalten werden. Statt Lob erhielt sie Tadel, ihre Erscheinungsart sagte mir nicht zu. Meine Erwartung war, dass sie wenigstens die liegenden Positionen mit Spannung hielt. Erst nach einigen Schocks raffte sie sich auf, dann ließ ich sie in allein. Sie stand unter Beobachtung von Janine, ohne es zu wissen. Ich brauchte Zeit für mich, nicht nur für meine Gedanken, ich ging im Club duschen.

Das heiße Wasser war wohltuend belebend, ich schöpfte weitere Kraft. Noch während die flüssige Hitze meinen gesamten Körper umspielte, ließ ich die vergangenen Stunden in meinen Gedanken erneut ablaufen. Gefangen zwischen Ablehnung der Illusion und der Erfüllung meiner Bedürfnisse, konnte ich dem Zwiespalt nicht entkommen. Nur Amalia befähigte mich dazu, das wurde mir klar. Mit geschlossenen Augen blickte ich in die Richtung des Regenduschkopfes und sah wieder nur das eine Gesicht. Nicht ich hielt sie gefangen, das Machtverhältnis war absolut verschoben, sie hatte mich eingenommen. Der Machtfrage zu folgen ließ ich bleiben und trocknete mich ab, setzte mich auf eine der Bänke in der Umkleide und schaute ins Nichts.

Amalia mochte es, wenn ich Hemden trug und so tat ich ihr den Gefallen. In neuer Kleidung, frisch rasiert und fertig gemacht, suchte ich den Außenbereich auf. Dort war sie zwar noch immer an dem Ort, an dem ich sie hinterlassen hatte, aber ihr Kopf lag auf den Füßen von Janine. Mir war bekannt, dass Amalia die Einsamkeit hasste, dass sie sich Janine anvertraute jedoch war ungewöhnlich. Sie kannte sie nicht und doch zwang die Not der Einsamkeit sie zu der Nähe zu der ihr unbekannten Frau.

„Erwartungshaltung“, sagte ich leise, als ich hinter ihr stand. Sofort reagierte sie und präsentierte mir ihre Scham für den Schmerz.
„Sie lächelt“, sagte mir Janine, als ich mich wieder zu ihr setzte. Sie blieb nur kurz, trank ihr Glas aus und machte sich mit Robert auf den Heimweg. Ich läutete Amalias zweite Runde am Abend ein, brachte sie wieder an die Grenzen und führte sie nach dem Urinieren ab und verstaute sie für die Nacht. Im Bett liegend ließ ich den Tag Revue passieren, noch immer fasziniert von der Frau im abgedeckten Käfig. Die Vision, so wie ich Amalia tatsächlich sah, wurde immer deutlicher. Die Schatten traten zurück und der Fokus wurde schärfer, ganz klar sah ich sie in neuer Gestalt. Sie sah so schön aus, so bezaubernd qualvoll. Nicht mal die Musik, die ich in Kellerräumen noch hörte, hinderte mich an meinem Schlaf. Im Traum, so hoffte ich, würde ich sie wiedersehen.

Um nicht zu verschlafen, hatte ich mir den Wecker meines Smartphones gestellt. Die letzten Stunden wollte ich aktiv nutzen. Nach der Morgentoilette im Freien, richtete ich sie im Keller ab. Dazu wollte ich ungestört sein, ganz nah bei ihr. Nach der Kommandoüberprüfung überließ ich ihr, wie viel Schmerz sie erlebte. Die zuvor erlernte ‚Erwartungshaltung‘ veranlasste mich dazu, ihr den gewünschten Schlag zu geben, danach durfte sie die ‚Fotzenansicht‘ einnehmen, um mir zu zeigen, was sie war. Sie war gierig, selbst ihre Tränen bremsten sie nicht. Sie ging weiter, als ich es je gedacht hatte. Noch wimmernd präsentierte sie sich, um noch mehr zu erhalten. Vollkommen im Subspace verbleibend, forderte sie Schlag um Schlag an.

Diese Schmerzen sind alles, was ich habe. Ich bin Schmerz. Ich bin Fotze.

Nachdem ich ihr den Knebel entfernte, streichelte ich ihr Gesicht. Sie war noch nicht bei mir, den Mund hielt sie offen, ganz so, als trüge sie ihn noch. Ihre Augen waren geschwollen, Schleim lief ihr aus der Nase, wie auch aus dem Mund. Auch mit der Zurschaustellung des Elends blieb sie wunderschön. Ihr Kopf lag auf meinem Bein, ich saß auf dem Boden und versuchte diese Frau in meine Realität zu holen. Allmählich wurde sie wacher, leckte ihre Lippen und sah mich an.

„Ich will immer mehr“, sagte sie mit brüchiger Stimme. Ich lachte leise, mir war das bereits aufgefallen.
„Ich werde dich befreien, bewege bitte deine Gliedmaßen vorsichtig“, sagte ich ihr und fing mit dem Arm, der ganz in meiner Nähe war, an. Die Schere hatte ich bereits bei mir, vorsichtig durchschnitt ich das Gewebe so, dass ich ihre Haut nicht verletzte. Durch die vielen Schichten kam ich nur langsam voran, medizinische Scheren schlossen Verletzungen aus, schnitten aber beschissen. Ganz ruhig wartete Amalia auf ihre Befreiung und bewegte im Anschluss ganz behutsam den Arm. Nachdem sie befreit war, trug ich sie ins Bett. Die Arme und Beine behielt sie angewinkelt, als ich sie zudeckte. Fast augenblicklich schlief sie ein. Ich nutzte die Zeit, um aufzuräumen, den Raum zu reinigen. Erst danach erledigte ich den Papierkram und zahlte meine Rechnung bei Henry direkt. Als Mitglied waren die Übernachtungen extrem günstig. Ich verdoppelte meine Rechnung als Spende und suchte Amalia erneut auf. Im Schlaf hatte sie sich ausgestreckt, auf der Seite liegend weckte ich sie. Erschrocken riss sie die Augen auf, nachdem sie mich erblickte, lächelte sie und ergriff meine Hand.
„Ich will nicht, dass es endet“, sagte sie leise.
„Das muss es auch nicht. Die Anzahl meiner Postkarten, die Gedanken an dich, das sind alles Anzeichen dafür, dass ich mich verliebt habe. In dich als Menschen und in dich als Sklavin. Dieses Spiel endet, nur das. So sehe ich dich nicht, ich sehe dich anders. Du kannst dir denken wie“, gestand ich ihr. Lächelnd scheiterte sie beim Versuch sich zu erheben, ihre Finger strichen über meine Lippen, ganz leicht, dann berührte sie ihre. Die Haare strich ich aus ihrer Stirn, fuhr mit dem Finger entlang ihrer Schläfe, ihrer Wange und beugte mich zu ihr. Ich küsste sie.

 

 

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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Kommentar(e)

So fremd mir die Welt auch ist, in die du uns da entführst, so fasziniert bin ich sowohl von deiner Art zu schreiben als auch von den vielschichtigen Motiven deiner Protagonisten. Und selbst wenn du uns nicht durch den kleinen Link zu Beginn darauf hingewiesen hättest, wäre dieser Schreibstil unverkennbar. Ich bin bewegt, aufgewühlt, beeindruckt und - vor allem von dem Schluss deiner Geschichte - zutiefst berührt. Danke für diesen außergewöhnlichen Lesegenuss!